Allgemeine Informationen zum Literatur-
format ‚Poetry Slam’

Ein Poetry Slam ist ein aktuelles Literaturformat der deutschsprachigen Gegenwartslyrik. In diesem Dichterwettstreit präsentieren konkurrierende Teilnehmer eigene Texte vor einer Jury und dem Publikum. Im Zentrum des Dichterwettstreits steht das gesprochene Wort. Der Text und die Performanz gehören dabei eng zusammen. Ein Slam ist eine ganz lebendige Form der Literatur, es ist keine langweilige Lesung, sondern hochemotional und authentisch.

Die Entwicklung des Poetry Slams ist seit seiner Entstehung in Chicago im Jahr 1984 und seiner Ankunft in Deutschland im Jahr 1994 bis heute erfolgreich, aber ohne großes Aufsehen in den Medien oder in der Literaturwissenschaft verlaufen. Dabei ist Poetry Slam eine Besonderheit in der modernen Kulturlandschaft: Im Publikum sitzen Personen aus allen Altersklassen und Gesellschaftsschichten und schauen gespannt zur Bühne, auf der Gedichte nicht nur vorgelesen, sondern auch dargestellt werden. Was all die Menschen vor und auf der Bühne bei Poetry Slams zwischen Berlin und Landau gemeinsam neu entdecken und praktizieren ist das gesprochene Wort. Die Performance, also der ausgewogene Einsatz von Stimme, Mimik und Gestik macht das Gedicht lebendig. Das Mikrofon transportiert das Gefühl des Dichters, seine Ideen, seine Sicht der Dinge, seine Fragen und Lösungen. Es ist ein Einblick in die individuelle Gefühlswelt des Menschen, der auf der Bühne steht - live und direkt: Poetry Slam gibt damit dem Gedicht die Energie zurück, die es beim Schreiben verloren hat.