Poetry Slam erfordert Mut, man muss die eigenen Gedanken in eine sprachlich künstlerische Form gießen und sich dann den Reaktionen des Publikums auszusetzen. Aber diese Erfahrungen sind es, die Menschen in ihrer Entwicklung voranbringen, ihre Kompetenzen erweitern und ihr Selbstvertrauen stärken.
Hat der Slammer seinen Auftritt hinter sich, bleibt ein gutes Gefühl zurück. Er hat die eigene Unsicherheit besiegt und viele unbekannte Menschen haben ihm dabei zugesehen. Das eigene Selbstbewusstsein wurde gestärkt. Durch die unmittelbare Resonanz durch das Publikum und die Jury kann er die Stärken und Schwächen seines literarischen Textes und seines Vortrages einschätzen. Um Jugendlichen, Schülern und Studenten dieses Erlebnis zu ermöglichen und die angehenden Lehrer im Poetry Slam auszubilden, hat sich die Universität in Landau dem Slam verschrieben. Erstmals in der Bundesrepublik hat Dr. Anja Ohmer dieses neue Literaturformat in der universitären Lehre verankert und in der Praxis erprobt.
Schülern und Studierenden wird dabei einerseits kreatives Schreiben und andererseits selbstsicheres Vortragen der geschrieben Texte vermittelt. Auf diese Weise wird die Sprachkompetenz gefördert – und nicht selten passiert es, dass beim Poetry Slam die Liebe zur Literatur geweckt wird, auch bei Teilnehmern, die Bücher und Gedichte vorher vielleicht für langweilig hielten. Es ist für Schüler und Studierende eine wichtige Erfahrung, dass Literatur nicht ausschließlich zwischen den Buchdeckeln stattfindet und Literaten nicht nur auf den Sockeln in Weimar stehen, sondern lebendig unter uns sind; Literatur passiert jetzt und hier.

